Gerade jetzt im Winter, wenn die Natur in der Ruhe neue Kräfte schöpft und uns wenig Grün zur Verfügung steht, können uns Gewürze helfen, unsere Gesundheit zu stärken. Traditionell werden auch in unseren Breiten in der weihnachtlichen und allgemein winterlichen Küche reichlich Gewürze verwendet. Sie verleihen den Speisen den typischen Geschmack und haben gleichzeitig ein enormes Gesundheitspotential. Ich denke dabei zum Beispiel an Zimt, Nelken, Kardamom, Sternanis, Koriander aber auch Wacholder, Kurkuma, Ingwer und viele andere. Nicht umsonst wurden Gewürze früher teilweise höher gewertet als Gold. Die Heimat der Gewürze liegt zu einem großen Teil im asiatischen Raum sowie im Mittelmeerraum. Inzwischen wächst aber auch bei uns das ein oder andere Gewürz im Garten. Bei vielen Gewürzen sind wir allerdings nach wie vor auf Importe angewiesen. Zum Glück ist das heute nicht mehr so beschwerlich wie noch vor wenigen Jahrhunderten.
Was macht den großen gesundheitlichen Wert von Gewürzen aus? Gewürze enthalten eine unglaubliche Fülle an sogenannten sekundären Pflanzenstoffen, welche zum Beispiel als Antioxidantien wirken und damit die berüchtigten freien Radikale in die Schranken weisen. Auch wirken viele dieser Stoffe entzündungshemmend und antimikrobiell im positiven Sinne. Gewürze enthalten in der Regel reichlich ätherische Öle, die sich inzwischen einen großen Namen gemacht haben und sogar in einer eigenen Therapierichtung (Aromatherapie) Anwendung finden. So verwundert es nicht, dass epidemiologische Studien darauf verweisen, dass in Ländern, in denen Gewürze reichlich verwendet werden, bestimmte Krankheiten kaum vorkommen. Da diese Fülle und Konzentration an heilkräftigen Stoffen in Gewürzen einzigartig sind, können sie in der gesunden Küche nicht einfach durch Obst oder Gemüse ersetzt werden. Gewürze dürfen und sollten daher sehr reichlich in der Küche und auch in der grünen Hausapotheke genutzt werden. Das Schöne ist, dass uns Gewürze heute ganzjährig und bezahlbar zur Verfügung stehen und sich damit dieses Potential recht einfach erschließt. So können wir der Aufforderung von Hippokrates „Lasst eure Nahrungsmittel Heilmittel und eure Heilmittel Nahrungsmittel sein“ mal wieder ganz einfach nachkommen und enorm davon profitieren. Außerdem tragen Gewürze in erheblichem Maße zur geschmacklichen Vielfalt in der Küche bei. Viele Gerichte erhalten mit entsprechenden Gewürzen erst den richtigen „Pfiff“.
Wer tiefer in die Welt und Heilkraft der Gewürze einsteigen will, dem empfehle ich das Buch „Heilende Gewürze“ von Dr. Bharat B. Aggarwal.
Und hier eine gewürzreiche Idee für lange Winterabende:
Gewürztee und dazu Energiebällchen
Für den Gewürztee werden in einem entsprechend großen Topf mit Wasser folgende Gewürze gegeben: frischer Ingwer (in Scheiben geschnitten) / frischer Kurkuma (in Scheiben geschnitten) oder alternativ etwas getrockneter Kurkuma (pulverisiert) / 3-4 Körnchen schwarzer Pfeffer / 3-5 Gewürznelken / Zimtstange / Kardamom / Sternanis
Für den Gewürztee werden die getrockneten Gewürze in einem Mörser oder einer Flockenquetsche etwas gequetscht/gerieben und dann in das kalte Wasser gegeben. Frischen Ingwer und Kurkuma in feine Scheiben schneiden und ebenfalls dazu geben. (Die Menge an Wasser und Gewürzen kann variieren. Sie richtet sich nach dem Bedarf und geschmacklichen Vorlieben.)
Dann das Ganze aufkochen, wenige Minuten leicht köcheln und anschließend noch einige Minuten ziehen lassen.
Abseihen und einfach schluckweise genießen! Wer möchte, kann das Ganze noch mit Honig oder Sahne abrunden.
Winterliche Energie-Bällchen
Zutaten: 150g Mandeln / 150g Datteln / 30g Kakaopulver / 1 EL Mandelmus / 2 EL Orangensaft, frisch gepresst / 1 TL Orangenschalen, fein gerieben / je 2 Msp. Zimt; Sternanis; Ingwer; Muskatnuss; Kardamom und 1 Prise Gewürznelke / 3-4 EL Mandeln, fein gemixt zum Wälzen
Zubereitung: Mandeln in einer Küchenmaschine sehr fein mixen. Die Datteln dazugeben und weiter mixen, bis eine fein krümelige Masse entsteht. Die fein gemahlenen/geriebenen Gewürze sowie den Kakao gleichmäßig unterrühren. Die abgeriebene Orangenschale ebenfalls gleichmäßig im Teig verteilen. Mandelmus und Orangensaft dazugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig kneten. Kleine Bällchen daraus formen und in fein geriebenen Mandeln wälzen.
Guten Appetit!

