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Frühlingshafte Wildkräuterküche

Der Mai malt mit wunderbaren zartgrünen und bunten Farben die uns umgebende Natur an – ein Fest für Augen und Sinne. Jetzt im Frühling zieht es viele Menschen förmlich raus in die Natur oder in den Garten, um diese Frische und natürliche Kraft und Schönheit genießen zu können. Dieses zarte Grün ist einerseits ein Fest für die Augen und das Gemüt und anderseits für den Gaumen. Denn es lassen sich aus diesen überall sprießenden Pflanzen, Blüten und Blättern wunderbare und gesundheitsfördernde Gerichte zaubern. Die Wildpflanzen punkten dabei mit besonderen Kräften, von welchen sie uns gern etwas abgeben.

Nachfolgend ein paar Ideen für die bunte, heilkräftige und genussvolle Wildkräuterküche:

Löwenzahn-Spaghetti als Vorspeise

Zutaten: pro Person eine Handvoll Stiele vom blühenden Löwenzahn (ohne Blüten) / 2 EL kalt gepresstes Olivenöl / 1 Knoblauchzehe, gepresst / Kräutersalz / Pfeffer, frisch gemahlen / etwas Zitronensaft / 2 Bärlauch-Blüten / 1 Löwenzahnblüte

Zubereitung: Die sauberen Löwenzahnstiele im Wasser ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen. Das Wasser abgießen und die Stiele auf einen Teller geben. Für das Dressing das Olivenöl mit dem gepressten Knoblauch, Kräutersalz, Pfeffer und Zitronensaft vermischen und über die Löwenzahnstiele geben. Mit den Bärlauch-Blüten sowie der Löwenzahnblüte (ausgezupft oder im Ganzen) dekorativ anrichten.

Dieses Gericht hat eine dezente Bitternote und kurbelt – als Vorspeise genossen – die Verdauung an. Der Löwenzahn ist generell eine sehr kraftvolle Pflanze mit vielfältigen positiven (stärkenden) gesundheitlichen Wirkungen und bietet sich jetzt in seiner Blütezeit geradezu für die bunte Wildkräuterküche an.

Falls Stiele übrigbleiben, können sie auch in kleine Stücke geschnitten und am unteren und oberen Ende kreuzförmig eingeritzt werden. Wenn sie dann für einige Minuten in kaltes Wasser gelegt werden, kringeln sie sich und können als besondere Attraktion den Frühlingssalat bereichern. Ebenso können die restlichen Blüten ausgezupft und auf den Salat gegeben werden.

 

Brennnessel-Chips mit Kräuterdip

Zutaten: 12 größere Brennnesselblätter (alternativ Beinwellblätter) / 150g Quark / 50g Schmand / 1-2 Knoblauchzehen, gepresst / Kräutersalz / Pfeffer, frisch gemahlen / Kräuter der Provence (Gewürz) / 3 EL frische Kräuter, fein geschnitten / ggf. 2 EL gekeimte Sojabohnen

Zubereitung: Wild- und Kulturkräuter (wie Schafgarbe, Giersch, Gundermann, Wiesenlabkraut, Gänseblümchen, Spitzwegerich, Dost, Ysop, Dill usw.) sehr fein schneiden. Quark mit Schmand, Gewürzen und Kräutern vermischen und kräftig abschmecken.
Die Brennnesselblätter bei mäßiger Hitze beidseitig kurz in etwas Olivenöl anbraten. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen. 1-2 Teelöffel der Quarkmasse auf jedes Blatt geben, einige Sojakeimlinge drauflegen und ggf. mit essbaren Blüten (z.B. von Löwenzahn, Gundermann, Taubnessel) dekorieren.

Brennnesseln zählen zu den regionalen „Superfoods“, da sie enorm viele Mineralien und Vitamine beinhalten. Daher lohnt es sich, die Brennnesseln wieder verstärkt in die Küche zu integrieren. Da sie mild im Geschmack sind, eignen sie sich für zahlreichen Gerichte, natürlich auch gemischt mit anderen Kräutern. Wer die piksende Eigenschaft der Brennnesseln nicht so sehr schätzt, arbeitet am besten mit Handschuhen. Für verschiedene Zubereitungen empfiehlt es sich, die Brennnesseln vor der Verarbeitung mit dem Nudelholz „gefügig zu machen“. Für die Chips ist das nicht notwendig, da die Brennhaare nach dem Anbraten im heißen Öl keinen Ärger mehr machen.

 

Kartoffel-Bällchen im Kräutermantel

Zutaten: 500g Kartoffeln / 1 mittlere Zwiebel / 250g Frischkäse / Kräutersalz / Pfeffer, frisch gemahlen / Muskatnuss, frisch gerieben / Kräuter der Provence (Gewürz) / Schabzigerklee (Gewürz) / 3 Handvoll verschiedene Wildkräuter, fein gehackt (z.B. Giersch, Schafgarbe, Gundermann, Bärlauch, Pfeilkresse, Sauerampfer usw.)

Zubereitung: Kartoffeln kochen, noch heiß pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Die Zwiebel fein schneiden und in Öl oder Butter glasig dünsten. Kartoffelmasse mit Frischkäse, Zwiebeln und Gewürzen verkneten. Alles kräftig abschmecken und anschließend mit feuchten Händen zu Bällchen rollen. Die Bällchen in den gehackten Kräutern wälzen. Alternativ können auch andere Zutaten zum Wälzen verwendet werden, wie z.B. fein gehackte Blüten oder zarte Wildkräutersamen (z.B. Brennnesselsamen oder Nachkerzensamen).

Bei diesem Gericht können vielfältige Wildkräuter, die in dieser Jahreszeit in der Natur oder im Garten zu finden sind, verwendet werden. So haben wir die Kraft und Inhaltsstoffe von verschiedenen Pflanzen und gleichzeitig eine geschmackliche Vielfalt – je nach verwendeten Pflanzen.

 Ich wünsche viel Freude und Genuss mit den frühlingshaften „grünen Wilden“.