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Wald-Küche – für besondere Geschmackserlebnisse

Wald tut gut – in jeder Hinsicht. Wir können den Wald als Ganzes als Erholungsort genießen und nutzen und gleichzeitig die Kraft der einzelnen Bäume für Küche, Kosmetik, Hausapotheke und natürlich im Kreativbereich. Sie bieten uns unzählige Möglichkeiten und helfen uns auf unterschiedliche Weise, langfristig gesund zu bleiben oder wieder zu werden.

In unserer Region sind Nadelbäume weit verbreitet. In der Forstwirtschaft sind sie nach wie vor wichtige Holzlieferanten und werden daher – allen voran die Fichte – auf großen Flächen angebaut. Und um die Weihnachtszeit zaubern sie in ihrem wunderschönen, immergrünen Kleid das gewisse Etwas in die Stuben und berühren unsere Herzen.

Aber sie können weit mehr. Nadelbäume wie Fichten, Tannen, Douglasien oder Kiefern stecken voller Heilkräfte und wertvoller Inhaltsstoffe. Die Nadeln bieten zum Beispiel reichlich Vitamin C, ätherische Öle, Harze, Flavonoide, Terpene, Gerbstoffe und so weiter. Sie können zu jeder Jahreszeit in der Küche gesundheitsfördernd und vielfältig verwendet werden. Unseren Ahnen hat der Wald einen großen Teil der Nahrung geschenkt. Und wir können an diese Traditionen wieder anknüpfen und die Bäume und ihr Potential neu für uns entdecken. Wobei diese „Wald-Bäume“ natürlich auch in Gärten oder Parks stehen können. Und nicht nur die Nadelbäume stecken voller gesundheitlichem Potential, sondern auch Laubbäume können unsere Küche bereichern. Hier vor allem die Blätter, Blüten oder – gelegentlich und in kleinen Mengen – die Knospen. So kann unsere Nahrung wieder zu einem Heilmittel werden, wie es schon Hippokrates formulierte. Gerade die frischen Frühjahrstriebe und zarten Blätter können die Küche enorm bereichern. Dabei darf der Wald natürlich nicht „geplündert“, sondern maximal kleine Mengen mit Bedacht und Rücksicht auf die Pflanzen entnommen werden. Und auch nur an den Stellen, die nicht extra geschützt sind. Außerdem sollten die Bäume mit Sicherheit erkannt und als essbar eingestuft werden, denn es gibt auch hier giftige Vertreter – wie zum Beispiel die Eibe – die keinesfalls verwendet werden dürfen. Am besten ist es, man hat die Bäume im eigenen Garten oder fragt mal den Nachbarn, ob er das ein oder andere Blatt von seinen Bäumen abgibt. Günstig ist es, wenn sowieso mal ein Ast entfernt werden muss. Dann können von dem frisch abgesägten Ast die Blätter guten Gewissens in der Küche verwendet werden.

Zur Anregung erhältst Du nachfolgend einige Rezepte aus der (winterlichen und frühlingshaften) Wald-Küche. Ich wünsche Dir viel Freude beim Ausprobieren und Genießen!

Für die nachfolgenden Fichtennadel-Rezepte können ebenso Nadeln von Tanne, Kiefer oder Douglasie verwendet werden. Sie unterscheiden sich etwas im Geschmack, sind aber alle lecker und haben ähnliche Heilkräfte. Ich habe jeweils die dunkelgrünen Nadeln (die ganzjährig geerntet werden können), verwendet. Sie werden von den Ästen gezupft, getrocknet und dann bei Bedarf in einem Mixer pulverisiert.

 

Fichtennadel-Suppe
Zutaten: 500g mehlig kochende Kartoffeln / 1 Zwiebel / 5 EL Fichtennadeln, getrocknet und pulverisiert / 2 EL Butter oder Öl / 100ml Schlagsahne / 1l Gemüsebrühe / Kräutersalz / Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung: Die fein geschnittenen Zwiebeln in Butter oder Öl andünsten. Die geschälten und gewürfelten Kartoffeln dazugeben und ebenfalls kurz andünsten lassen. Mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 15 Minuten leicht köcheln lassen. Die pulverisierten Fichtennadeln dazugeben und alles zusammen noch ca. 15 min. ziehen lassen. Zum Schluss die Schlagsahne unterrühren und die Suppe pürieren. Mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.

 

Fichten-Schokolade
Zutaten für den hellen Teil: 60g Kakaobutter / 50g weißes Mandelmus / 50g Robinien-Honig / 1 EL Fichtennadeln, getrocknet und pulverisiert
Zutaten für den Schokoteil: 60g Kakaobutter / 50g Mandelmus / 50g Robinienhonig / 35g Kakaopulver

Zubereitung: Alle Zutaten für den hellen Teil in eine Wasserbad-Schmelzschale geben und das Ganze in einen Topf mit heißem Wasser hängen. Unter ständigem Rühren schmelzen lassen. Die Schale aus dem Wasserbad nehmen. In Silikonförmchen jeweils etwas Fichtennadelpulver geben und flüssige Schokolade einfüllen, so dass die einzelnen Förmchen knapp bis zur Hälfte gefüllt sind. Im Kühlschrank erkalten lassen.

Dann die Zutaten für den Schokoteil in eine Schmelzschale geben und im heißen Wasserbad unter Rühren schmelzen lassen. Die halbvoll gefüllten Förmchen nun bis zum Rand mit der flüssigen, dunklen Schokoladenmasse auffüllen. Alles im Kühlschrank mindestens eine Stunde erkalten lassen. Wenn alles ausgehärtet ist, kann die Schokolade aus den Förmchen genommen und genossen werden.

 

 

Fichten-Aufstrich
Zutaten: 250g Quark / 50g Schmand oder Sauerrahm / 1 EL Fichtennadeln, getrocknet und gemahlen / 2 EL frische Fichtennadeln, sehr fein gehackt / 1 TL Zitronensaft, frisch gepresst / Kräutersalz / Pfeffer
Zubereitung: Alle Zutaten zu einem cremigen Aufstrich verrühren.

Er passt gut aufs Brot, kann aber genauso als Dip zu Salaten oder warmen Gerichten verwendet werden.

 

Frühlingssalat mit Baumblättern
Zutaten: 1-2 Hv. sehr junge, zarte Baumblätter (z.B. von Linde, Haselnuss, Ahorn oder Buche) / 1Hv hellgrüne Fichtenspitzen (Maitriebe) / 1 Hv. Blüten (z.B. Gänseblümchen, Löwenzahn, Wiesenschaumkraut, Gundelrebe, Bärlauch, Obstbaumblüten usw.) / 1 Kopfsalat / 1 Apfel / ½ Bd. Radieschen / 2 Lauchzwiebeln / 3 EL geröstete Sonnenblumenkerne
Dressing: Saft einer Zitrone / 1 TL Blütenhonig / 5 EL natives Öl / 1 EL Blütenessig oder Balsamico / Kräutersalz / Pfeffer, frisch gemahlen

Zubereitung: Sonnenblumenkerne ohne Fett in der Pfanne rösten und abkühlen lassen. Zarte Baumblätter und Kopfsalat waschen und mundgerecht schneiden/zupfen. Apfel, Radieschen und Zwiebel fein schneiden und zu dem Salat geben.
Die Zutaten für das Dressing vermischen und unter den Salat heben. Sonnenblumenkerne unterheben und zum Schluss die (ungewaschenen) Blüten darüber streuen.